Schlafhygiene

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Update: 14.1.2012


Thema Schlafhygiene

Was kann ich selbst für meinen gesunden Schlaf tun?
Als Schlafhygiene bezeichnet man alle Einflussgrößen auf den Schlaf, angefangen von äußeren Einflüssen (Biorhythmus, nächtliches Grübeln, etc.). Hierbei werden alle, für einen gesunden Schlaf förderliche Einflüsse als gute Schlafhygiene und alle störenden Einflüsse als schlechte Schlafhygiene bezeichnet. Eine schlechte Schlafhygiene wiederum kann zu relevanten Ein- und Durchschlafschwierigkeiten führen.


Einhalten eines regelmäßigen Tagesrhythmus:
Versuchen Sie jeden Tag, auch an den Wochenenden, einen gleichbleibenden Tagesrhythmus beizubehalten. Am wichtigsten ist hierbei eine regelmäßige Aufstehzeit (Abweichung bis 20 Minuten ist tolerabel) nach Möglichkeit auch eine regelmäßige Zu-Bett-Geh-Zeit. Diese Regelmäßigkeit ist auch auf andere Bereiche des Lebens (z. B. Essenszeiten) übertragbar und wünschenswert. Der Körper ist ein Gewohnheitstier und  Regelmäßigkeit hilft verschiedene biologische Rhythmen aufeinander abzustimmen.

Sollten Sie hierbei Probleme haben, regelmäßig zu einer ganz bestimmten Zeit nicht einschlafen zu können, sollten Sie versuchen, eine halbe Stunde früher oder später ins Bett zu gehen. Wir werden von einem 90 Minuten-Aktivitäts-Rhythmus gesteuert. Vielleicht versuchen Sie gerade zu einem „wachen“ Zeitpunkt einzuschlafen (oder Aufzustehen). Fällt es besonders schwer zu einer bestimmten Zeit aufzustehen, den Wecker (am nächsten Tag!!!) versuchshalber eine halbe Stunde früher (oder später) zu stellen.

Erst Zubettgehen, wenn man wirklich müde ist:
Ansonsten besteht die Gefahr im Bett Wachzuliegen und nicht schlafen zu können. Es ist besser sich ausnahmsweise etwas später hinzulegen, als im Bett Wachzuliegen und sich darüber zu ärgern.

Abends keine anregenden Speisen, und Getränke:
Keinen Kaffee (schwarzer Tee, Cola, etc.) oder anregende Medikamente, am besten ab dem Nachmittag; Bitte keine Appetitzügler: Diese enthalten anregende Stoffe und können Ein-und Durchschlafschwierigkeiten auslösen.

Achten Sie auf genügend körperliche Bewegung:
Gerade bei Mangel an körperlicher Aktivität fehlt dem Körper abends die notwendigen Müdigkeit um einzuschlafen. ABER: Sport hat auch eine aktivierende/ anregende Wirkung, daher möglichst Sport am Nachmittag betreiben (ca. 4 Stunden vor dem Zubettgehen).

Thema Mittagschlaf:
Wenn Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten bestehen, ist ein Mittagsschlaf kontraproduktiv und daher in jedem Fall zu vermeiden. Bestehen keine Einschlaf- /Durchschlafschwierigkeiten, ist ein regelmäßiger, kurzer, maximal 20-minütiger Schlaf (Englisch: nap-time) gesund und kann die Leistungsfähigkeit am Nachmittag deutlich verbessern.

Vor dem Schlaf keinen Alkohol & Nicht Rauchen:
Nach Alkoholgenuss schläft man zwar schneller ein, der Schlaf hat allerdings einen deutlich geringeren Erholungswert, Schnarchen und Atemaussetzer werden begünstigt. Auch Durchschlafstörungen und frühes Aufwachen können die Folge sein. Trinken Sie daher nach Möglichkeit 3 Stunden vor dem Zubettgehen keine alkoholischen Getränke.
Nikotin hat eine anregende Wirkung, das Einschlafen wird gestört.

Kein spätes und reichhaltiges Abendessen:
Die erhöhte Verdauungstätigkeit belastet den Organismus und stört den Schlaf.

Vor dem Einschlafen: Ruhe und Entspannung:
Vor dem Zu-Bett-Gehen zur Ruhe kommen (mind. 30 Minuten). Ruhige Musik, Gespräche oder lange Spaziergänge an der frischen Luft können helfen, zu entspannen. Übermäßige akustische oder optische Reizwirkungen sollte mindestens eine Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen vermieden werden. Entspanntes Liegen, vielleicht leichte Musik hören, nicht grübeln, sondern an schöne Erinnerungen denken, dies alles kann helfen sanft in den Schlaf zu gleiten.

Etablieren Sie ein Einschlafritual:
Versuchen Sie sich gleichbleibende kleine entspannungsfördernde Schlafrituale anzugewöhnen (ein warmes Bad, ein warmes Getränk, etc.). Hierdurch wird dem Körper signalisiert, dass bald geschlafen werden soll. Beim s,g. Betthupferl handelt es sich um eine kleine (meist) Süßspeise, die eine Aminosäure mit dem Namen L-Tryptophan enthält (kommt vor z. B.  in Milch, Kakaobohnen und Nüssen ) und eine Vorstufe für das Hormon Serotonin darstellt. Dieses spielt eine wichtige Rolle in der Schlafregulation.

Achten Sie auf eine gute Schlafumgebung:
Achten Sie darauf, dass Ihre Schlafumgebung und Ihr Bett "schlaffördernd" sind. Raumtemperatur, Lichtverhältnisse und Lärmpegel beeinflussen das Einschlafen und den Schlaf erheblich. Ebenso ist auf Bett und Bettwäsche zu achten. Hierbei ist der individuelle Geschmack ausschlaggebend. In der Regel wird eine dunkle, ruhige nicht zu warme Umgebung (16 bis 18 Grad) als "schlaffördernd" bewertet.

Benutzen Sie Ihr Bett nur zum Schlafen:
Unser Körper stellt mit der Zeit einen Zusammenhang zwischen dem Aufenthalt im Bett und dem Schlafen her (Konditionierung ). Er lernt sozusagen, dass ein Zubettgehen mit erhöhter Einschlafbereitschaft einhergeht. Aus diesem Grunde sollten Sie im Bett weder Arbeiten, Essen und Fernsehen. Es besteht sonst die Gefahr, dass der Körper verlernt mit dem Bett das Schlafen zu verbinden.

Halten Sie eine angemessene Schlafdauer ein:
Verbringen Sie nicht zu viel Zeit im Bett. Wenn möglich verkürzen Sie eher noch die Schlafzeit, als sie zu verlängern. Für die meisten Menschen sind 6-7 Stunden Schlaf ausreichend. Die Schlafdauer ist nicht so ausschlaggebend für die Erholung wie die Qualität des Schlafes.

Was tun bei Ein-/Durchschlafproblemen auf Grund von ...

... Grübeln:
Die Gedanken, die einem beim Nicht- Einschlafen/Wachliegen im Bett kommen, sind meist unangenehm oder belastend. Das Problem ist, dass unsere "innere Uhr" uns zu dieser Zeit in ein Leistungs- und Stimmungsloch rutschen lässt. Aus diesem Grunde ist es besser, zu diesem Zeitpunkt keine Probleme lösen zu wollen. Besser an angenehme Erinnerungen denken.T
TPIP: Führen Sie ein Tagebuch. Schreiben Sie vor dem Zu-Bett-Gehen alles nieder, was Sie am heutigen Tag belastet hat, was Sie am nächsten Tag erledigen wollen sowie die unerledigten Probleme des abgelaufenen Tages. Dann legen Sie das geschriebene zur Seite (auch gedanklich!).

... Wachliegen:
Wenn man Nachts wachliegt und nicht schlafen kann, nicht unruhig werden oder darüber ärgern. Hierdurch aktiveren Sie den Körper nur noch mehr und machen das "Einschlafen“ noch unwahrscheinlicher. Wenn es mit dem Schlafen gar nicht klappen will ist es besser aufzustehen und etwas zu tun (z. B. etwas lesen, entspannende Musik hören); auch ein kleines warmes Getränk kann helfen. Nach Möglichkeit erst wieder ins Bett zurückgehen, wenn man Müdigkeit verspürt. Manchmal hilft es auch schon, dass "Im-Bett-Liegen" mit positiven Gedanken zu versehen: „Wie schön, dass ich noch nicht aufstehen muss". Genießen Sie das entspannte Liegen. Wer es beherrscht, kann sich auch mit Autogenem Training helfen

... Medikamente:
Bitte immer erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen. Generell ist zu empfehlen, vor einer medikamentösen Therapie zunächst ein nicht-medikamentöses-Verfahren zu versuchen  Verbesserung der Schlafhygiene, Verhaltenstherapie). Falls doch Schlaftabletten erforderlich sind, sollen diese immer von nicht-medikamentösen Verfahren begleitet werden. Vor allem aber sollen Schlafmittel nicht ununterbrochen genommen werden. Nach maximal 3-4 Wochen Medikamenteneinnahme sollte eine mindestens ebenso lange Pause eingehalten werden.

 

Quellen:
"Gesunder und gestörter Schlaf", Prof. J. Zulley, Regensburg
"Der Traum vom guten Schlaf - 101 Fragen und Antworten zum Thema Schlaf und Träume", E.A. & M.M. Mitler
"Sleep Hygiene", American Sleep Disorders Association Rochester, MN, USA, 1997
"Gesunde Schlafgewohnheiten", Prof. T. Penzel, Marburg

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